Stahlinstitut VDEh https://www.vdeh.de/normung-standardisierung/stahl-eisen-blaetter.html – 12.12.2019

Stahl-Eisen-Blätter

Stahl-Eisen-Blätter

Zu den Stahl-Eisen-Blättern des Stahlinstituts VDEh gehören Stahl-Eisen-Prüfblätter (SEP), -Werkstoffblätter (SEW), -Lieferbedingungen (SEL) und -Einsatzlisten (SEE) sowie -Betriebsblätter (SEB). Hierbei handelt es sich um technische Richtlinien, die im Rahmen der gemeinsamen Arbeiten in technisch-wissenschaftlichen Fachkreisen erstellt werden. Die Stahl-Eisen-Blätter stellen unverbindliche Empfehlungen dar, die jedermann frei zur Anwendung stehen. Sie sind ein bedeutendes Mittel im Vorfeld der Normung zur Vereinheitlichung von Prüfverfahren und Eigenschaften der Stähle, in die Kenntnisse und Erfahrungen von Stahlherstellern und -anwendern einfließen.

Grundsätzliche Ziele der Blätter sind:

  • Beschreibung des Stands der Technik
  • Vereinheitlichung von Prüfbedingungen und Werkstoffeigenschaften
  • Sammlung von Erfahrungen
  • Konsensbildung der Experten
  • Beschleunigung der Umsetzung neuer Erkenntnisse in die Anwendung
  • Vorarbeiten zu Normen

Jeder Experte und jedes von diesen Blättern betroffene Unternehmen oder betroffene Forschungseinrichtung hat die Möglichkeit, sich an den Arbeiten zu beteiligen. Es wird darum gebeten, dem Stahlinstitut VDEh umgehend mitzuteilen, wenn bei der Anwendung der Blätter Unrichtigkeiten oder die Möglichkeit einer unrichtigen Auslegung auffallen, damit etwaige Mängel beseitigt werden können.

Stahl-Eisen-Prüfblätter (SEP)

SEP enthalten Richtlinien und Angaben zur sachgerechten Durchführung von Prüfungen zur Ermittlung bestimmter Werkstoffkennwerte an Stählen. Aufgabe der Prüfblätter ist es, im Vorfeld der Normung Prüfbedingungen so zu vereinheitlichen, dass die Prüfergebnisse vergleichbar sind. SEP fließen häufig in Kundenspezifikationen ein und tragen erheblich dazu bei, den Prüfaufwand für die Stahlunternehmen und -anwender zu reduzieren. Unsere Kunden, fordern solche Kennwerte, z.B. zur Durchführung von Simulationsrechnungen bzw. Absicherung und Auslegung von Bauteilen (Leichtbau, Ressourcenschonung). 

Stahl-Eisen-Werkstoffblätter (SEW) und -Lieferbedingungen (SEL)

SEW und SEL dienen zur Vereinheitlichung der Gebrauchseigenschaften der Stähle im Vorfeld der Normung. Sowohl die Kenntnisse und Erfahrungen der Stahlhersteller als auch die der Stahlanwender bezüglich der Anwendung werden hierbei berücksichtigt. Die Aufgabe der SEW und SEL ist es, die Eigenschaftsprofile von Stählen zu beschreiben, für die eine Normung noch nicht erfolgt ist, die aber von Bedeutung für Stahlhersteller, -verarbeiter und Kunden der Stahlindustrie sind. Durch diese Beschreibung soll ein zielgerichteter Einsatz der Stähle ermöglicht und gleichzeitig Erfahrungen bei ihrer Herstellung, Lieferung und Anwendung von Stählen und ihren Erzeugnisformen gesammelt werden.

Stahl-Eisen-Einsatzblätter (SEE)

SEE dienen der nach aktuellem Wissensstand zweckmäßigen Auswahl von Stählen für Werkzeuge, die in bestimmten Formgebungsverfahren zum Einsatz kommen.

Stahl-Eisen-Betriebsblätter (SEB)

In SEB werden spezielle Anforderungen der Stahlindustrie definiert, um Planung, Herstellung, Montage und Instandhaltung von Hüttenwerksanlagen zu vereinheitlichen und somit sicher und wirtschaftlich durchführen zu können. Bei Auslegung nach SEB wird auch die Austauschbarkeit hinsichtlich der Anschlussmaße gewährleistet. Neben Maßen, Werkstoffen und Berechnungsverfahren enthalten sie außerdem Festlegungen für die Bestellung, Lieferung und Qualitätssicherung. Bei ihrer Zitierung können sie Bestandteil von Vertragsunterlagen werden.

Blätter in Überarbeitung

SEP 1220 - Teile 1 bis 4

Prüf- und Dokumentationsrichtlinie für die Fügeeignung von Feinblechen aus Stahl, Teil 1: Allgemeine Angaben; Teil 2: Widerstandspunktschweißen; Teil 3: Laserstrahlschweißen; Teil 4: MIG-Löte

SEP 1520

Mikroskopische Prüfung der Carbidausbildung in Stählen mit Bildreihen

SEP 1584

Blaubruchversuch zur Prüfung von Stählen auf makroskopische nichtmetallische Einschlüsse

SEP 1680

Aufstellung von Zeit-Temperatur-Umwandlungsschaubildern für Eisenlegierungen

SEP 1681

Richtlinien für die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung dilatometrischer Umwandlungsuntersuchungen an Eisenlegierungen

SEP 1931

Prüfung der Haftung von Zinküberzügen auf feuerverzinktem Feinblech, Kugelschlagprüfung

SEP 1942 neu

Napfziehtest zur Bestimmung der Oberflächenwelligkeit nach Streckziehbeanspruchung

SEP 1950

Warmrundlaufprüfung an Turbinenwellen

SEW 089

Unlegierte und legierte warmfeste ferritische Stähle – Vorwärmen beim Schweißen

SEW 550

Stähle für größere Schmiedestücke – Gütevorschriften

SEW 555

Stähle für größere Schmiedestücke für Bauteile von Turbinen- und Generatoranlagen

SEE 201

Werkstoffe für Werkzeuge in Rohr- und Strangpressen für die Verarbeitung von Kupfer und Kupferlegierungen

SEE 202

Warmarbeitswerkstoffe für Werkzeuge in Strangpressen für die Verarbeitung von Aluminium und Aluminiumlegierungen

Blätter in öffentlicher Umfrage

In diesem Bereich werden fertig bearbeitete Blätter aus Gründen der Transparenz veröffentlicht. Bei den Downloads handelt es sich um Arbeitsfassungen und sie besitzen bis zur offiziellen Veröffentlichung keine Gültigkeit. Veröffentlichte Stahl-Eisen-Blätter können im Stahldaten Shop kostenpflichtig erworben werden.

Allen mit diesen Themen verbundenen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Experten wird die Möglichkeit zur Prüfung, Ergänzung und Stellungnahme gegeben. Stellungnahmen sind innerhalb einer Frist von 6 Wochen nach der Veröffentlichung möglich. Diese werden durch die Ersteller geprüft und dann ggfs. berücksichtigt. Stellungnahmen werden erbeten an stefanie.brockmann_at_vdeh.de. Bitte nutzen Sie dazu diese Tabellenvorlage.

SEP 1220 – Teile 5 bis 10 neu

Prüf- und Dokumentationsrichtlinie für die Fügeeignung von Feinblechen aus Stahl, Teil 5: MAG-Schweißen, Teil 6: Kleben, Teil 7: Buckelschweißen, Teil 8: Bolzenschweißen, Teil 9: Mechanisches

Stellungnahme bis: 12.12.2019 Entwurf herunterladen

Kürzlich veröffentlichte Stahl-Eisen-Blätter

SEP 1572 (2. Ausgabe)

Das Stahl-Eisen-Prüfblatt (SEP) 1572 “Mikroskopische Prüfung von Automatenstählen auf sulfidische Einschlüsse mit Bildreihen” wurde 1971 veröffentlicht, um auch bei Stählen mit bewusst hohem Einschlussgehalt die Ausbildung der Einschlüsse charakterisieren zu können. Das Prüfblatt war auf die manuelle Auswertung mittels Bild-Richtreihen ausgelegt und ist nicht direkt der Bildanalyse zugänglich.
Mit dem Ziel, die Prüfung sowohl manuell als auch bildanalytisch zu ermöglichen, und gleichzeitig eine möglichst hohe Entsprechung zur Ausgabe von 1971 zu gewährleisten, wurde das SEP 1572 nun inklusive Bild-Richtreihe überarbeitet. Die 2. Ausgabe mit Ausgabedatum März 2019 wurde vom Stahlinstitut VDEh veröffentlicht.
Das SEP 1572 erscheint erstmals auch in englischer Sprache und beschreibt die Prüfung auf Sulfidteilchen an der Schliffprobe. Sie gilt für Automatenstähle, kann aber nach Vereinbarung auch auf andere Stahlgüten (z. B. mit einem geregelten Schwefelgehalt) angewendet werden. Die Prüfung kann manuell mittels Richtreihe oder automatisiert mit Hilfe von Bildanalysesystemen erfolgen. Um den Unterschied zwischen manueller und automatischer Auswertung zu minimieren, folgen die Einstufungen einer mathematischen Systematik. Diese Systematik wurde so gewählt, dass sie mit der Richtreihe des SEP 1572:1971 eine gute Übereinstimmung aufweist. Da mit der Bildanalyse im Gegensatz zur manuellen Auswertung statistische Parameter der Sulfidverteilung bestimmt werden können, kann ein einfaches Java-Bildanalysetool beim Stahlinstitut VDEh kostenfrei bezogen werden. Wenden Sie sich bei Interesse bitte an stefanie.brockmann_at_vdeh.de

Das SEP 1572 kann über shop.stahldaten.de oder www.beuth.de/de bezogen werden.

SEP 1611

Zum Transport unterschiedlicher Medien (z. B. Gas, Öl, Brauch- und Abwässer) werden vielfach Leitungsrohre aus Stahl eingesetzt, die aus warmgewalzten Vorprodukten hergestellt werden. Als Rohlinge für die Erzeugung dieser Vorprodukte werden durch Stranggießen hergestellte Brammen eingesetzt. Verfahrens- und werkstoffbedingt kommt es bei der Erstarrung des Stahls zur Ausbildung einer Kernseigerung. Diese ist abhängig von den Randbedingungen unterschiedlich ausgeprägt und kann einen Einfluss auf die Verarbeitungs- und Gebrauchseigenschaften haben.
Zur Qualitäts- und Prozessüberwachung, speziell bei der Produktion von Stählen für die Rohrherstellung, sind daher in der Vergangenheit verschiedene Methoden zur Bewertung der Kernzone von stranggegossenen Brammen entwickelt worden (z.B. Mannesmann-Richtreihe), welche jedoch nicht den Status einer allgemein zugänglichen Norm oder Richtlinie haben. Derartige Verfahren basieren darauf, dass nach Durchführung einer Makroätzung seigerungsbedingte dunkle Bereiche in der Kernzone einer Bramme erkennbar sind.

In der 1. Ausgabe des mit Ausgabedatum Oktober 2018 vom Stahlinstitut VDEh herausgegebenen Stahl-Eisen-Prüfblatts 1611 „Bewertung der Seigerungsstruktur der Kernzone an stranggegossenen Brammen“ werden nun, basierend auf dem aktuellen Stand der Technik, verschiedene in der Praxis etablierte Vorgehensweisen zur Bewertung der Brammenkernzone zusammengeführt. Hierzu werden der Prozess der Probenahme, die Probenvorbereitung, die Prüfmethode, das Auswerteverfahren und die erforderliche Dokumentation spezifiziert. Zur Auswertung können verschiedene Methoden genutzt werden: Bildrichtreihe, Messverfahren mittels Kreisschablonen oder Flächenmessverfahren mittels digitaler Bildanalyse.

Das SEP 1611 kann über shop.stahldaten.de bezogen werden.

SEW 605 (1. Ausgabe)

Die Gewichtsreduzierung von Fahrzeugkomponenten hat zu filigraneren Bauteilen und der Verwendung von hochfesten Materialien geführt. Herkömmliche Lösungen mit Vergütungsstählen erfüllen nicht immer alle Wünsche hinsichtlich technischer Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit. Kontinuierlich abgekühlte bainitische Stähle, wie sie infolge einer Warmumformung im Austenitbereich hergestellt werden können, sind teilweise deutlich besser in der Lage, die genannten Aspekte miteinander zu verbinden, was im letzten Jahrzehnt zu einer erfolgreichen Einführung solcher Komponenten im Automobil geführt hat. Dieser Trend spiegelt sich in einer Vielzahl von kommerziell erhältlichen Stabstahl- und Walzdrahterzeugnissen wider. Um die erforderliche Härtbarkeit zu gewährleisten, zeichnen sich diese Erzeugnisse durch erhöhte Mangangehalte aus, manchmal auch in Kombination mit Chrom, Molybdän und Nickel. Solche Stähle werden heute in keiner bestehenden Werkstoffnorm beschrieben.

Das Stahl-Eisen- Werkstoffblatt 605 wurde vom Stahlinstitut VDEh mit Ausgabedatum Juli 2019 veröffentlicht und bietet den Kunden eine allgemeine Beschreibung dieser neuen Stahlklasse. Bei natürlich abgekühlten Stahlerzeugnissen variiert die Abkühlgeschwindigkeit in Abhängigkeit der Teilegeometrien (oder Stabstahldurchmessern). Um konstante Eigenschaften einstellen zu können, wird die Stahlzusammensetzung (insbesondere der Mangan- und Chromgehalt) an die jeweiligen natürlichen Abkühlgeschwindigkeiten angepasst.

Das SEW 605 kann über shop.stahldaten.de oder www.beuth.de/de bezogen werden.

Ihr Ansprechpartner

Dr.-Ing. Stefanie Brockmann

Dr.-Ing. Stefanie Brockmann

Leiterin Werkstofftechnik

Stahlinstitut VDEh
Sohnstraße 65
40237 Düsseldorf

Telefon: +49 211 6707-159
Stefanie.Brockmann_at_vdeh.de