Stahlinstitut VDEh https://www.vdeh.de/normung-standardisierung/stahl-eisen-blaetter/ – 12.04.2021

Stahl-Eisen-Blätter

Stahl-Eisen-Blätter

Zu den Stahl-Eisen-Blättern des Stahlinstituts VDEh gehören Stahl-Eisen-Prüfblätter (SEP), -Werkstoffblätter (SEW), -Lieferbedingungen (SEL) und -Einsatzlisten (SEE) sowie -Betriebsblätter (SEB). Hierbei handelt es sich um technische Richtlinien, die im Rahmen der gemeinsamen Arbeiten in technisch-wissenschaftlichen Fachkreisen erstellt werden. Die Stahl-Eisen-Blätter stellen unverbindliche Empfehlungen dar, die jedermann frei zur Anwendung stehen. Sie sind ein bedeutendes Mittel im Vorfeld der Normung zur Vereinheitlichung von Prüfverfahren und Eigenschaften der Stähle, in die Kenntnisse und Erfahrungen von Stahlherstellern und -anwendern einfließen.

Grundsätzliche Ziele der Blätter sind:

  • Beschreibung des Stands der Technik
  • Vereinheitlichung von Prüfbedingungen und Werkstoffeigenschaften
  • Sammlung von Erfahrungen
  • Konsensbildung der Experten
  • Beschleunigung der Umsetzung neuer Erkenntnisse in die Anwendung
  • Vorarbeiten zu Normen

Jeder Experte und jedes von diesen Blättern betroffene Unternehmen oder betroffene Forschungseinrichtung hat die Möglichkeit, sich an den Arbeiten zu beteiligen. Es wird darum gebeten, dem Stahlinstitut VDEh umgehend mitzuteilen, wenn bei der Anwendung der Blätter Unrichtigkeiten oder die Möglichkeit einer unrichtigen Auslegung auffallen, damit etwaige Mängel beseitigt werden können.

Stahl-Eisen-Prüfblätter (SEP)

SEP enthalten Richtlinien und Angaben zur sachgerechten Durchführung von Prüfungen zur Ermittlung bestimmter Werkstoffkennwerte an Stählen. Aufgabe der Prüfblätter ist es, im Vorfeld der Normung Prüfbedingungen so zu vereinheitlichen, dass die Prüfergebnisse vergleichbar sind. SEP fließen häufig in Kundenspezifikationen ein und tragen erheblich dazu bei, den Prüfaufwand für die Stahlunternehmen und -anwender zu reduzieren. Unsere Kunden, fordern solche Kennwerte, z.B. zur Durchführung von Simulationsrechnungen bzw. Absicherung und Auslegung von Bauteilen (Leichtbau, Ressourcenschonung). 

Stahl-Eisen-Werkstoffblätter (SEW) und -Lieferbedingungen (SEL)

SEW und SEL dienen zur Vereinheitlichung der Gebrauchseigenschaften der Stähle im Vorfeld der Normung. Sowohl die Kenntnisse und Erfahrungen der Stahlhersteller als auch die der Stahlanwender bezüglich der Anwendung werden hierbei berücksichtigt. Die Aufgabe der SEW und SEL ist es, die Eigenschaftsprofile von Stählen zu beschreiben, für die eine Normung noch nicht erfolgt ist, die aber von Bedeutung für Stahlhersteller, -verarbeiter und Kunden der Stahlindustrie sind. Durch diese Beschreibung soll ein zielgerichteter Einsatz der Stähle ermöglicht und gleichzeitig Erfahrungen bei ihrer Herstellung, Lieferung und Anwendung von Stählen und ihren Erzeugnisformen gesammelt werden.

Stahl-Eisen-Einsatzblätter (SEE)

SEE dienen der nach aktuellem Wissensstand zweckmäßigen Auswahl von Stählen für Werkzeuge, die in bestimmten Formgebungsverfahren zum Einsatz kommen.

Stahl-Eisen-Betriebsblätter (SEB)

In SEB werden spezielle Anforderungen der Stahlindustrie definiert, um Planung, Herstellung, Montage und Instandhaltung von Hüttenwerksanlagen zu vereinheitlichen und somit sicher und wirtschaftlich durchführen zu können. Bei Auslegung nach SEB wird auch die Austauschbarkeit hinsichtlich der Anschlussmaße gewährleistet. Neben Maßen, Werkstoffen und Berechnungsverfahren enthalten sie außerdem Festlegungen für die Bestellung, Lieferung und Qualitätssicherung. Bei ihrer Zitierung können sie Bestandteil von Vertragsunterlagen werden.

Wo können Sie Stahl-Eisen-Blätter erwerben?

Alle gültigen Stahl-Eisen-Blätter können über den StahlDaten Shop oder den Beuth Verlag bezogen werden. Für historische Dokumente und Poster wenden Sie sich bitte direkt an stefanie.brockmann_at_vdeh.de

Blätter in öffentlicher Umfrage

In diesem Bereich werden fertig bearbeitete Blätter aus Gründen der Transparenz veröffentlicht. Bei den Downloads handelt es sich um Arbeitsfassungen und sie besitzen bis zur offiziellen Veröffentlichung keine Gültigkeit. Veröffentlichte Stahl-Eisen-Blätter können im Stahldaten Shop oder beim Beuth Verlag kostenpflichtig erworben werden.

Allen mit diesen Themen verbundenen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Experten wird die Möglichkeit zur Prüfung, Ergänzung und Stellungnahme gegeben. Stellungnahmen sind innerhalb einer Frist von 6 Wochen nach der Veröffentlichung möglich. Diese werden durch die Ersteller geprüft und dann ggfs. berücksichtigt. Stellungnahmen werden erbeten an stefanie.brockmann_at_vdeh.de. Bitte nutzen Sie dazu diese Tabellenvorlage.

Derzeit befinden sich keine Entwürfe in der öffentlichen Umfrage.

Blätter in Erstellung oder Überarbeitung

SEP 1220 - Teile 1 bis 4

Prüf- und Dokumentationsrichtlinie für die Fügeeignung von Feinblechen aus Stahl, Teil 1: Allgemeine Angaben; Teil 2: Widerstandspunktschweißen; Teil 3: Laserstrahlschweißen; Teil 4: MIG-Löte

SEP 1220 – Teile 6 bis 10 neu

Prüf- und Dokumentationsrichtlinie für die Fügeeignung von Feinblechen aus Stahl, Teil 6: Kleben, Teil 7: Buckelschweißen, Teil 8: Bolzenschweißen, Teil 9: Mechanisches

SEP 1240

Prüf- und Dokumentationsrichtlinie für die experimentelle Ermittlung mechanischer Kennwerte von Feinblechen aus Stahl für die CAE-Berechnung

SEP 1245

Beschreibung der Phasen des Werksstofffreigabeprozesses

SEP 1520

Mikroskopische Prüfung der Carbidausbildung in Stählen mit Bildreihen

SEP 1584

Blaubruchversuch zur Prüfung von Stählen auf makroskopische nichtmetallische Einschlüsse

SEP 1680

Aufstellung von Zeit-Temperatur-Umwandlungsschaubildern für Eisenlegierungen

SEP 1681

Richtlinien für die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung dilatometrischer Umwandlungsuntersuchungen an Eisenlegierungen

SEP 1931

Prüfung der Haftung von Zinküberzügen auf feuerverzinktem Feinblech, Kugelschlagprüfung

SEP 1942 neu

Napfziehtest zur Bestimmung der Oberflächenwelligkeit nach Streckziehbeanspruchung

SEW 086

Unlegierte und legierte warmfeste ferritische Stähle – Vorwärmen beim Schweißen

SEW 550

Stähle für größere Schmiedestücke – Gütevorschriften

SEW 555

Stähle für größere Schmiedestücke für Bauteile von Turbinen- und Generatoranlagen

SEE 201

Werkstoffe für Werkzeuge in Rohr- und Strangpressen für die Verarbeitung von Kupfer und Kupferlegierungen

SEE 202

Warmarbeitswerkstoffe für Werkzeuge in Strangpressen für die Verarbeitung von Aluminium und Aluminiumlegierungen

Kürzlich veröffentlichte Stahl-Eisen-Blätter

SEP 1220-5 (1. Ausgabe, 12.2020)

Bei der Entwicklung neuer Werkstoffe wird vor der Markteinführung im Rahmen des Werkstofffreigabeprozesses von den Stahlherstellern, neben der reinen Grundwerkstoffcharakterisierung, auch die fügetechnische Verarbeitbarkeit nachgewiesen. Grund hierfür ist die Forderung nach Kompatibilität zum gesamten Weiterverarbeitungsprozess. Früher wurden diese Untersuchungen nach den Vorgaben der einzelnen Automobilhersteller durchgeführt. Hierdurch entstand ein großer und kostenintensiver Versuchsaufwand, wodurch die Einführung von neuen Stählen stark verzögert und unnötig verteuert wurde. Daher wurde das Stahl-Eisen- Prüfblatt (SEP) 1220 erarbeitet und 2011 veröffentlicht, in dem der Werkstofffreigabeprozess hinsichtlich der Fügeeignung beschrieben wird. Ziel war die Schaffung einer, von Stahlherstellern und Anwendern anerkannten, vereinheitlichten Freigabeprozedur, nicht nur um die Einführung neuer Werkstoffe zu beschleunigen, sondern auch die Datenbereitstellung und die Vergleichbarkeit von Untersuchungsergebnissen zu vereinfachen. Mit Ausgabedatum 8.2011 wurden die Teile 1: Allgemeine Angaben, Teil 2: Widerstandspunktschweißen, Teil 3: Laserschweißen und Teil 4: MIG-Löten veröffentlicht.

Mit Ausgabedatum 12.2020 konnte nun die 1. Ausgabe des Teils 5: Mag-Schweißen veröffentlicht werden. Mit den in diesem Stahl-Eisen-Prüfblatt (SEP) festgelegten Prüfmethoden wird die Eignung von Stahlfeinblechen für das Fügeverfahren Metallschutzgasschweißen (Prozess ISO 4063: 135) ermittelt.

Das Stahl-Eisen-Prüfblatt (SEP) 1220 beschreibt Methoden zur Ermittlung der Fügeeignung von Stahlfeinblechen ohne / mit Oberflächenveredelung und die Ergebnisdokumentation. Es ist als Grundlage zur einheitlichen Werkstoffcharakterisierung durch Schweißen, Löten, Mechanisches Fügen und Kleben gedacht und soll den Datenaustausch zwischen Werkstofflieferanten, Automobilherstellern und deren Zulieferern standardisieren. Das SEP 1220 legt die Anforderungen für die Durchführung fest. Die Fügbarkeit wird vom Anwender auf Basis der Ergebnisse der Prüf- und Dokumentationsrichtlinie Fügen und dem konkreten Anwendungsfall beurteilt.

Der grundlegende Aufbau eines SEP zum Werkstofffreigabeprozess Fügen umfasst sowohl die Probenformen und -vorbereitung, die angewandten Prüfmethoden und Versuchsbedingungen als auch Vorgaben für die Versuchsdurchführung bis hin zur anschließenden Dokumentation der Versuchsdaten. Eine Bewertung der Ergebnisse wird jedoch nicht vorgenommen, da diese in Abhängigkeit vom jeweiligen Anwendungsfall und des Anwenders erfolgen sollte.

Das SEP 1220-5 kann über den StahlDaten Shop oder den Beuth Verlag bezogen werden.

SEP 1572 (2. Ausgabe 03.2019)

Das Stahl-Eisen-Prüfblatt (SEP) 1572 “Mikroskopische Prüfung von Automatenstählen auf sulfidische Einschlüsse mit Bildreihen” wurde 1971 veröffentlicht, um auch bei Stählen mit bewusst hohem Einschlussgehalt die Ausbildung der Einschlüsse charakterisieren zu können. Das Prüfblatt war auf die manuelle Auswertung mittels Bild-Richtreihen ausgelegt und ist nicht direkt der Bildanalyse zugänglich.

Mit dem Ziel, die Prüfung sowohl manuell als auch bildanalytisch zu ermöglichen, und gleichzeitig eine möglichst hohe Entsprechung zur Ausgabe von 1971 zu gewährleisten, wurde das SEP 1572 nun inklusive Bild-Richtreihe überarbeitet. Die 2. Ausgabe mit Ausgabedatum März 2019 wurde vom Stahlinstitut VDEh veröffentlicht.

Das SEP 1572 erscheint erstmals auch in englischer Sprache und beschreibt die Prüfung auf Sulfidteilchen an der Schliffprobe. Sie gilt für Automatenstähle, kann aber nach Vereinbarung auch auf andere Stahlgüten (z. B. mit einem geregelten Schwefelgehalt) angewendet werden. Die Prüfung kann manuell mittels Richtreihe oder automatisiert mit Hilfe von Bildanalysesystemen erfolgen. Um den Unterschied zwischen manueller und automatischer Auswertung zu minimieren, folgen die Einstufungen einer mathematischen Systematik. Diese Systematik wurde so gewählt, dass sie mit der Richtreihe des SEP 1572:1971 eine gute Übereinstimmung aufweist. Da mit der Bildanalyse im Gegensatz zur manuellen Auswertung statistische Parameter der Sulfidverteilung bestimmt werden können, kann ein einfaches Java-Bildanalysetool beim Stahlinstitut VDEh kostenfrei bezogen werden. Wenden Sie sich bei Interesse bitte an stefanie.brockmann_at_vdeh.de

Das SEP 1572 kann über den StahlDaten Shop oder den Beuth Verlag bezogen werden.

SEP 1611 (1. Ausgabe 10.2018)

Zum Transport unterschiedlicher Medien (z. B. Gas, Öl, Brauch- und Abwässer) werden vielfach Leitungsrohre aus Stahl eingesetzt, die aus warmgewalzten Vorprodukten hergestellt werden. Als Rohlinge für die Erzeugung dieser Vorprodukte werden durch Stranggießen hergestellte Brammen eingesetzt. Verfahrens- und werkstoffbedingt kommt es bei der Erstarrung des Stahls zur Ausbildung einer Kernseigerung. Diese ist abhängig von den Randbedingungen unterschiedlich ausgeprägt und kann einen Einfluss auf die Verarbeitungs- und Gebrauchseigenschaften haben.
Zur Qualitäts- und Prozessüberwachung, speziell bei der Produktion von Stählen für die Rohrherstellung, sind daher in der Vergangenheit verschiedene Methoden zur Bewertung der Kernzone von stranggegossenen Brammen entwickelt worden (z.B. Mannesmann-Richtreihe), welche jedoch nicht den Status einer allgemein zugänglichen Norm oder Richtlinie haben. Derartige Verfahren basieren darauf, dass nach Durchführung einer Makroätzung seigerungsbedingte dunkle Bereiche in der Kernzone einer Bramme erkennbar sind.

In der 1. Ausgabe des mit Ausgabedatum Oktober 2018 vom Stahlinstitut VDEh herausgegebenen Stahl-Eisen-Prüfblatts 1611 „Bewertung der Seigerungsstruktur der Kernzone an stranggegossenen Brammen“ werden nun, basierend auf dem aktuellen Stand der Technik, verschiedene in der Praxis etablierte Vorgehensweisen zur Bewertung der Brammenkernzone zusammengeführt. Hierzu werden der Prozess der Probenahme, die Probenvorbereitung, die Prüfmethode, das Auswerteverfahren und die erforderliche Dokumentation spezifiziert. Zur Auswertung können verschiedene Methoden genutzt werden: Bildrichtreihe, Messverfahren mittels Kreisschablonen oder Flächenmessverfahren mittels digitaler Bildanalyse.

Das SEP 1611 kann über den StahlDaten Shop oder den Beuth Verlag bezogen werden.

SEP 1950 (4. Ausgabe 07.2020)

Freiformschmieden produzieren schwere Schmiedestücke für die Energietechnik. Typische Bauteile sind geschmiedete

Bauteile für Gas- und Dampfturbinen. Die dafür genutzten Wellen dürfen unter Betriebsbedingungen keine Verkrümmungen erfahren, die eine hohe Unwucht und somit erhöhte Wellenschwingungen in den Lagern auslösen würden.

Die Warmrundlaufprüfung ist eine qualitätssichernde Maßnahme, die sicherstellt, dass die Welle bei erhöhter Temperatur stabil läuft. Prüfkriterien für die Warmrundlaufprüfung wurden erstmals 1966 im Stahl-Eisen-Prüfblatt (SEP) 1950 "Warmrundlaufversuch an Turbinenläufern" festgeschrieben. Inzwischen wurde die 3. Ausgabe von 1997 unter Beteiligung von Betreibern von Freiformschmieden und Energieanlagenherstellern an den Stand der Technik angepasst, nachdem die Messtechnik in diesem Bereich eine deutliche Weiterentwicklung erfahren hat. Mit Ausgabedatum Juli 2020 veröffentlicht das Stahlinstitut VDEh die 4. Ausgabe des SEP 1950 mit dem Titel "Warmrundlaufprüfung an Wellen", erstmals auch mit englischer Übersetzung.

Das SEP 1950 kann über den StahlDaten Shop oder den Beuth Verlag bezogen werden.

SEW 088 (5. Ausgabe 10.2017)

Das Stahl-Eisen-Werkstoffblatt (SEW) 088 „Schweißgeeignete un- und niedriglegierte Stähle - Empfehlungen für die Verarbeitung, besonders für das Schmelzschweißen“ inklusive zweier Beiblätter liegt mittlerweile in der fünften Ausgabe vor.

Die erste Ausgabe „Schweißbare Feinkornbaustähle“ erschien vor rund 50 Jahren im Oktober 1969 und fiel in eine Zeit, in der hochfeste Feinkornbaustähle mit Mindeststreckgrenzen grösser 355 MPa bis 690 MPa erstmals in größerem Umfang in der Verarbeitung zum Einsatz kamen. Internationale Anerkennung in Fachkreisen erhielt das SEW 088 dadurch, dass sowohl das t8/5-Konzept als auch das CET-Konzept Eingang in die europäische Normung gefunden haben. Das große Interesse am SEW 088 führte im weiteren Verlauf dazu, dass dem fortschreitenden Erkenntnisstand entsprechende, überarbeitete Auflagen erschienen. Damit ist das Werkstoffblatt SEW 088 neben zwischenzeitlich erschienenen europäischen Regelwerken wie z. B. EN 1011-2 und CEN/TR 10347 auch heute noch eine wertvolle und aktuelle Quelle für den Verarbeiter. Es enthält viele praxisnahe Empfehlungen und fasst verschiedene fachliche Teilaspekte aus anderen Regelwerken in kompakter Form zusammen.

Folgende wesentliche Neuerungen ergeben sich gegenüber der 4. Ausgabe:

  • Der Anwendungsbereich wurde präzisiert und erweitert.
  • Die Empfehlungen zum Verzicht einer Wärmebehandlung nach einem Warmumformen, wurden an CEN/TR 10347 und DIN EN 13445-4 angeglichen.
  • Der wichtige Hinweis zur Vermeidung der Kaltumformung im Temperaturbereich von 200 °C bis 380 °C wurde ergänzt.
  • Moderne Trennverfahren wie das Laserstrahlschneiden und Plasmaschneiden wurden neu aufgenommen.
  • Die Brennschneidbedingungen wurden überarbeitet und präzisiert.
  • Typische Abkühlzeitbereiche wurden ergänzt.
  • Ein neuer Abschnitt 4.4 zum Schweißen auf Fertigungsbeschichtungen wurde hinzugefügt.
  • Die Empfehlungen für das Flammrichten sind nunmehr an CEN/TR 10347 angepasst.

Das erstmals zweisprachig (deutsch/englisch) verfasste Werkstoffblatt SEW 088 kann über https://shop.stahldaten.de oder https://www.beuth.de/de bezogen werden.

SEW 605 (1. Ausgabe 07.2019)

Die Gewichtsreduzierung von Fahrzeugkomponenten hat zu filigraneren Bauteilen und der Verwendung von hochfesten Materialien geführt. Herkömmliche Lösungen mit Vergütungsstählen erfüllen nicht immer alle Wünsche hinsichtlich technischer Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit. Kontinuierlich abgekühlte bainitische Stähle, wie sie infolge einer Warmumformung im Austenitbereich hergestellt werden können, sind teilweise deutlich besser in der Lage, die genannten Aspekte miteinander zu verbinden, was im letzten Jahrzehnt zu einer erfolgreichen Einführung solcher Komponenten im Automobil geführt hat. Dieser Trend spiegelt sich in einer Vielzahl von kommerziell erhältlichen Stabstahl- und Walzdrahterzeugnissen wider. Um die erforderliche Härtbarkeit zu gewährleisten, zeichnen sich diese Erzeugnisse durch erhöhte Mangangehalte aus, manchmal auch in Kombination mit Chrom, Molybdän und Nickel. Solche Stähle werden heute in keiner bestehenden Werkstoffnorm beschrieben.

Das Stahl-Eisen- Werkstoffblatt 605 wurde vom Stahlinstitut VDEh mit Ausgabedatum Juli 2019 veröffentlicht und bietet den Kunden eine allgemeine Beschreibung dieser neuen Stahlklasse. Bei natürlich abgekühlten Stahlerzeugnissen variiert die Abkühlgeschwindigkeit in Abhängigkeit der Teilegeometrien (oder Stabstahldurchmessern). Um konstante Eigenschaften einstellen zu können, wird die Stahlzusammensetzung (insbesondere der Mangan- und Chromgehalt) an die jeweiligen natürlichen Abkühlgeschwindigkeiten angepasst.

Das SEW 605 kann über den StahlDaten Shop oder den Beuth Verlag bezogen werden.

Poster zu Stahl-Eisen-Prüfblättern

SEP 1520 - Mikroskopische Prüfung der Carbidausbildung in Stählen mit Bildreihen

Für die Beurteilung von Stählen kann eine mikroskopische Prüfung auf Merkmale der in ihnen vorkommenden Carbide zweckmäßig sein. Das SEP 1520 gibt für eine solche Prüfung anhand von Bildreihen mit einer Gliederung und Stufung der Carbide hinsichtlich Form, Anordnung, Größe und Mengenanteil Empfehlungen für die in Betracht kommenden Stähle und Gefügezustände. Die Prüfung erfolgt an Schliffproben, die unter dem Mikroskop durch visuellen Vergleich mit den jeweiligen Bildreihen auf ihre Carbidausbildung untersucht werden.

Die Bildreihentafel zum SEP 1520 ist als DIN A0 Poster ab sofort beim VDEh erhältlich.

SEP 1571 - Bewertung von Einschlüssen in Edelstählen auf Basis der Einschlussflächen

Das Stahl-Eisen-Prüfblatt SEP 1571 (Teil 1: Grundlagen, Teil 2: Verfahren K und M, Teil 3: Verfahren E (Extremwertanalyse)) ist im August 2017 erschienen. Die Nutzung dieses Stahl-Eisen-Prüfblattes erlaubt eine wertekompatible Reinheitsgradauswertung zur zurückgezogenen DIN 50602, so dass dort über Jahrzehnte gewonnene Erfahrungswerte für den Stahlanwender weiter nutzbar sind. Das Stahl-Eisen-Prüfblatt SEP 1571 kann beim Beuth Verlag und im StahlDatenShop erworben werden.

Die Hilfstabelle zur Klassifizierung liegt als DIN A2 Poster vor und kann ab sofort beim VDEh erworben werden.

Bitte wenden Sie sich bei Interesse an stefanie.brockmann_at_vdeh.de

Ihr Ansprechpartner

Dr.-Ing. Stefanie Brockmann

Dr.-Ing. Stefanie Brockmann

Leiterin Werkstofftechnik

Stahlinstitut VDEh
Sohnstraße 65
40237 Düsseldorf

Telefon: +49 211 6707-159
stefanie.brockmann_at_vdeh.de